Geschichte des Mädchengartens

Die Anfänge des Pilotprojekts in Wien Simmering

Im Winter 1997 trat die Szene Wien, ein Veranstaltungslokal im 11. Wiener Gemeindebezirk, mit dem Wunsch einer Beratung an die MA 57 – die Frauenabteilung der Stadt Wien heran. Die Szene wollte den Gartenteil des von ihr gepachteten Grundstücks für Jugendliche – insbesondere für Mädchen – zugänglich machen. In weiterer Folge entstand die Idee, den Garten schrittweise zu öffnen und seine Gestaltung im Rahmen eines Mädchenprojekts gemeinsam mit Mädchen zu planen und durchzuführen. Damit war Mädchen die Möglichkeit gegeben, sich einen noch nicht (männlich) besetzten Raum nach ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen anzueignen.

Der Mädchengarten wurde als Pilotprojekt in den darauffolgenden Jahren in der Sommersaison an ein bis zwei Nachmittagen von Kinder- und Jugendarbeiterinnen – u. a. von der Freizeit- und Parkbetreuung Simmering Balu & Du und der ehemaligen mobilen Jugendarbeit Back on Stage 11 – gemeinsam mit Landschaftsplanerinnen betreut und hat sich seit damals als Einrichtung der lokalen Mädchenarbeit in Simmering etabliert.

Im Jahr 2000 konnte der Mädchengarten durch zusätzliche Unterstützung einiger Magistratsstellen der Stadt Wien adaptiert werden. Es wurden ein Wasseranschluss sowie ein WC installiert. Seither ist der Garten für Mädchen und Mädchengruppen aus ganz Wien und auch darüber hinaus mit Begleitung einer volljährigen Bezugsperson zugänglich und nutzbar. So beherbergte er unter anderem eine Gruppe von Mädchen von der Berliner MädchenBewegungsWerkstatt, die für einen Projektaustausch 2007 für einige Tage nach Wien zu Besuch kam. Insgesamt wurde dem Mädchengarten als Pilotprojekt aus dem In- und Ausland großes Interesse entgegengebracht, er wurde bei verschiedenen Tagungen vorgestellt und es wurde mehrfach über ihn publiziert.

Seit dem Jahr 2008 hat der Verein BALU&DU – Freizeit- und Parkbetreuung Simmering alle Agenden des Mädchengarten übernommen.